Der Begriff der Erstlingsfrucht bezeichnet in der Bibel die ersten Früchte des Jahres. Vor allem Gerste, Trauben und Öl sollten im Judentum Gott als Dankopfer (hebräisch תְּרוּמָה terumah) dargebracht werden.
Das „Prinzip der Erstlingsfrucht“ erscheint in mehreren Büchern des Tanach und wird sowohl in der Thora als auch in den Büchern der Neviim dargelegt. Schon in Gen 4,3–5 EU bringt Abel Gott ein Opfer von den Erstlingen seiner Herde und ihrem Fett dar.
„Das Beste von allen Erstlingsopfern, all eure Abgaben, die ihr entrichten müsst, gehören den Priestern; auch das Beste von dem, was ihr backt, sollt ihr dem Priester geben, damit ihr Segen über eure Häuser bringt.“
Während Terumah Gedolah allgemein ein Ernteopfer war, wurden Bikkurim nach Mischna Bikkurim 3:12 auf dem Tempelaltar dargebracht.
„Rede zu den Israeliten und sag zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch gebe, und wenn ihr dort die Ernte einbringt, sollt ihr dem Priester die erste Garbe eurer Ernte bringen. Er soll sie vor dem Herrn hin- und herschwingen und sie so darbringen, damit ihr Annahme findet. Am Tag nach dem Sabbat soll der Priester den Ritus ausführen.“
„Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste (altgriechischἀπαρχὴaparchè, wörtlich: als Erstlingsgabe[2]) der Entschlafenen. Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten.Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden. Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge: Erster ist Christus; dann folgen, wenn Christus kommt, alle, die zu ihm gehören.“
↑Bauer/Aland: Griechisch-deutsches Wörterbuch zu den Schriften des Neuen Testaments und der frühchristlichen Literatur. 6. Auflage, Walter de Gruyter, Berlin / New York 1988, Sp. 162: die ursprüngliche Bedeutung von aparchè ist stark verblaßt, so dass das Wort fast gleichbedeutend ist mit altgriechischπρῶτοςprõtos, „erster“.