Steebs Eltern waren der kirchenrätliche Verwalter Johann Steeb. Johann Gottlieb Steeb besuchte die Lateinschule in Nürtingen, bevor er die Klosterschulen von Blaubeuren und Bebenhausen absolvierte und am 9. November 1759 an der Universität Tübingen immatrikuliert wurde. Er studierte dort neben der Theologie auch die Philosophie. Am 9. Dezember 1761 erhielt er den Bakkalaureusgrad und wurde Stipendiat am Tübinger Stift. Seine Graduierung zum Magister erfolgte schließlich am 18. Oktober 1763. Anschließend war er als Kustos der Stiftsbibliothek tätig, bevor er 1767 bei einem Geheimrat von GemmingenHofmeister wurde. Dort war er über fünf Jahre tätig.
Steeb wurde 1772 Pfarrer in Dürnau bei Göppingen.[1] Dort blieb er, bis ihm 1787 die Pfarrstelle von Grabenstetten übertragen wurde. Diese hatte er bis zu seinem Tod inne. Neben seiner seelsorgerischen Arbeit machte er sich durch Verbesserungen im Ackerbau und in der Viehhaltung verdient, die er durch Schriften und praktische Anleitung umsetzte.
Steeb war seit 1772 mit Johanna Luise geb. Reinhardt (1751–1835) verheiratet und hatte mit dieser 14 Kinder. Der Landtagsabgeordnete Wilhelm Christian Steeb war eines dieser Kinder.
Werke (Auswahl)
Versuch einer allgemeinen Beschreibung von dem Zustand der Völker, Macklot, Karlsruhe 1766.
Über den Menschen nach den hauptsächlichen Anlagen in seiner Natur, 3 Bände, Heerbrandt, Tübingen 1785.
Ueber das Einweichen und Ersparen des Saamens bei der Aussaat, aus mehreren, im Grössern gemachten, Erfahrungen, Cotta, Stuttgart 1792.
Von der Verbesserung der Kultur auf der Alp und den ihr ähnlichen Gegenden des Vaterlandes, Cotta, Stuttgart 1792.
Ueber das Verhältnis der Schaafzucht zur Anblümung der Braache, Metzler, Stuttgart 1799.
Literatur
Joh. Gottlieb Steeb, in: Friedrich Schlichtegroll (Hrsg.): Nekrolog auf das Jahr 1799 enthaltend Nachrichten von dem Leben merkwürdiger in diesem Jahre verstorbener Deutscher. Band 1. Perthes, Gotha 1804, S. 48–76 (Digitalisat).
Hans Schwenkel: Johann Gottlieb Steeg. Pfarrer, Schriftsteller der Landeskunde und Landwirtschaft, der Menschen- und Völkerkunde. In: Hermann Haering, Otto Hohenstatt (Hrsg.): Schwäbische Lebensbilder. Bd. 2, Kohlhammer, Stuttgart 1941, S. 431–439.
Wolfgang Schöllkopf: Von Dung und Bildung: der in Nürtingen geborene Pfarrer Johann Gottlieb Steeb (1742–1799) als landwirtschaftlicher Reformer auf der Schwäbischen Alb. In: Geschäftsbericht der Volksbank Nürtingen, Nürtingen 1990.
Wolfgang Schöllkopf: Von Dung Und Bildung: Pfarrer Johann Gottlieb Steeb (1742–1799) Als Landwirtschaftlicher Reformer, in: Schwäbische Heimat, 71. Jg. 2020, Heft 4, S. 436–441 (online).
↑Hans Schwenkel: Johann Gottlieb Steeg. Pfarrer, Schriftsteller der Landeskunde und Landwirtschaft, der Menschen- und Völkerkunde. In: Hermann Haering, Otto Hohenstatt (Hrsg.): Schwäbische Lebensbilder. Bd. 2, Kohlhammer, Stuttgart 1941, S. 431–439, hier: S. 433.